Eröffnung „Park and Ride“ Mariatrost / Fölling

Am 13. September 2010 wurde in Graz-Mariatrost die neue „Park and Ride-Anlage Mariatrost/Fölling in Gegenwart zahlreicher Stadt- und LandespolitikerInnen eröffnet. Der Bau, ein Projekt der Grazer Bau- und Grünlandsicherungsges.m.b.H. (GBG), wurde in nur 26 Wochen realisiert. Für den Entwurf zeichnet das Büro Achammer, Tritthart und Partner (ATP) verantwortlich, das den geladenen Wettbewerb 2007 gewinnen konnte. Die Anlage ist zweihüftig organisiert und wird vor allem durch die beiden gefalteten und begrünten Dachbänder sowie durch eine unregelmäßige Lamellenfassade geprägt. Letztere soll den Betrachter an geschichtetes Holz erinnern. Die Form des Daches begründet sich nicht nur gestalterisch, auch die Luftströmung wurde berücksichtigt, denn Mariatrost bildet eine der wichtigen Frischluftschneisen der Stadt Graz. Die Architektur des Parkhauses entspricht in ihrem Erscheinungsbild dem Wettbewerbsergebnis, zeugt aber auch von extrem wirtschaftlicher Bauweise. Ein wesentlicher Unterschied der Anlage zum Wettbewerbsprojekt liegt in der Zahl der Parkplätze, die im Zuge der Realisierung von 250 auf 200 gesenkt wurde. Ing. Rainer Plösch (GBG) verweist diesbezüglich auf den engen Kostenrahmen. Das Budget von 2,7 Millionen Euro für den Bau sowie die Errichtung des vorgelagerten Kreisverkehrs war zwingend einzuhalten.

Die Anlage wird vom Grazer Parkraumservice (GPS) selbst betrieben. Laut Stadtrat Gerhard Rüsch habe man sich zum Ziel gesetzt, die Anlage kostendeckend betreiben zu können. Attraktiv für künftige NutzerInnen sei vor allem das „Kombi Ticket“, ein Parkticket, das gleichzeitig als Fahrkarte für die öffentlichen Verkehrsmittel in Graz gilt. Die Anbindung an das Grazer Verkehrsnetz erfolgt über Autobusverbindungen. Die Chance einer Verlängerung der Straßenbahn Linie 1 bis zur Park and Ride-Anlage sei städtebaulich bereits vor 20 Jahren vertan worden, so Vizebürgermeisterin Lisa Rücker. Hervorzuheben sei allerdings die Verbindung per Fahrrad – der Radweg ist vergangenes Jahr verlängert worden – und, dass die Park and Ride-Anlage sowohl über Fahrradabstellplätze als auch eine Lademöglichkeit für Elektrofahrzeuge verfügt. Befragt nach der geplanten Park and Ride-Anlage in Graz Puntigam (geladener Wettbewerb 2007, Siegerprojekt Architekt Peter Lorenz) gab Rücker bekannt, dass diese definitiv abgesagt wäre. Der Süd-Nord Korridor sei durch die S-Bahn gut an Graz angebunden. Parkhäuser in den Umlandgemeinden würden den PKW – Verkehr bereits dort erfolgreich abfangen.

PROJEKTDATEN:
Auftraggeber: GBG – Grazer Bau- und GrünlandsicherungsGmbH
Generalunternehmer:Goldbeck Rhomberg GmbH
Planung: ATP Achammer, Tritthart und Partner, Innsbruck

Wettbewerb: 2007
Baubeginn: April 2010
Fertigstellung: August 2010
Eröffnung: 13. September 2010

Stellplätze: 200
BGF: 5.240 m²
BRI: 19.798 m³
Gesamtinvestition: 2,7 Millionen Euro
275 Tonnen Stahl
3.200 m² Gründach

Erschienen auf www.gat.st, am 22.09.2010