IN/OUT – Architektur für Alle

10.10.2008, Symposium, Kunsthaus Graz
Ein Gipfeltreffen österreichischer Spezialisten zu den Themen Barrierefreiheit, Fluchtverhalten und Fluchtwege. Der Begriff der Barrierefreiheit ist einerseits zum geläufigen Schlagwort geworden, die Umsetzung der damit verbundenen Maßnahmen gerät aber häufig zu kurz. Experten beleuchteten das Thema im Rahmen eines Symposiums im Grazer Kunsthaus von verschiedensten Seiten und schärften das Bewusstsein der Besucher für unzählige Hindernisse im urbanen Lebensraum.

Die ReferentInnen informierten zu aktuellen Erkenntnissen, nicht nur zur Rollstuhltauglichkeit, sondern zu Barrieren, welche alle Bevölkerungsgruppen betreffen: Die ersten Beiträge,„Barrierefreiheit beginnt im Kopf“ und „Barrierefreier Zugang zu Architektur“ beleuchteten vor allem die Zugänglichkeit von Architektur. Vorträge über das „Wohnen für sehbehinderte und blinde Menschen“ und „Kindergerechte Räume, kindergerechtes Planen und Bauen“ berichten über die Anforderungen und Probleme spezieller Personengruppen ihren Wohn- und Lebensraum.
Ein weiterer Vortrag befasste sich mit dem aktuellen Stand der Forschung zum Thema Panik- und Fluchtverhalten und der digitalen Simulation von Massenpanik. So reichen heute häufig die gegebenen Normen nicht aus bzw. beschreiben nicht die optimalen Lösungen. Neben dem gesetzlich geregelten „Sicher sein“ zeigt sich die Notwendigkeit des „Sich sicher Fühlens“ im Rahmen von Groß- und Massenveranstaltungen.
Den Bereich der Normung vertiefte ein Vortrag über den Stand der Dinge hinsichtlich der nationalen, europäischen und internationalen Normen sowie die Problematik des Flüchtens für behinderte Menschen.

An Planertischen standen die ReferentInnen für Fragen von Interessierten und Betroffenen zur Verfügung.

Parallel zur Veranstaltung präsentierten die Firmen Dorma Österreich sowie HEWI im Rahmen einer Ausstellung aktuelle Lösungen zur Gestaltung von Fluchtwegen sowie barrierefreien Sanitärräumen.

ReferentInnen:    Mag. Arch. Reinfried Blaha (Land Steiermark), DI (FH) Oskar Kalamidas (Stadt Graz), Arch. DI Univ. Lekt. Monika Klenovec (TU-Wien), stellvertretende Vorsitzende der Normungsarbeitsgruppe „Hochbau Allgemeines“ im Österreichischen Normungskomitee sowie Gründerin des Zentrums „design for all“, Mag. Mario Kowald vom Blinden- und Sehbehindertenverband, Mag. Monika Zachhuber (Kinderbüro Steiermark), AO Univ. Prof. Mag. Arch. Dr. techn. Christa Illera (TU Wien)

Projektverantwortlich – M. Brischnik, F. Schruth, LIVING ROOMS